Urig, gut und bayrisch

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1. Das Bayrische kennt keinen Genitiv

Vorab

Die Erstauflage von Lachners bayrischer Sprachlehre kam 1930  (im Georg Müller-Verlag in München) heraus. Damals wurde außerhalb Bayerns der Genitiv noch rege angewandt. Heute ist das anders: Bastian Sicks berühmte Reihe heißt "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod"; sie zeigt, wie eine bayrische Spracheigenheit auf die deutsche Sprache Einfluss genommen hat.
 

Die Regeln:

• Zeigt der Genitiv einen Besitzer an, so steht im Bayrischen der Dativ mit dem Possesivpronomen bzw. dem besitzanzeigenden Fürwort.
Beispiel:
Statt "Barbaras Buch" heißt es "der Barbara ihr Buch".

• Meist kann die Präposition oder das Verhältniswort von mit dem Dativ verwandt werden.
Beispiel:
Statt "das Dach unserer Kirche" heißt es "das Dach von unserer Kirche".

• Auf die Präpositionen wegen, während und statt folgt anders als im Deutschen statt des Genitivs der Dativ.